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Führung im Rhythmus —
Daniel Bauer im Interview mit Teamdrumming

12.08.2026
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Was passiert mit Führung und Zusam­me­nar­beit, wenn Worte in den Hinter­grund treten und stattdessen ein gemein­samer Rhyth­mus entsteht?

Diese Erfahrung konnten wir bere­its selb­st machen: Bei einem Teamevent mit Helge Rosen­baum und team­drum­ming hat die Crew von Valdivia erlebt, wie schnell gemein­sames Trom­meln Dynamiken im Team sicht­bar und spür­bar macht.

Im Gespräch mit Daniel Bauer von Valdivia beschreibt Helge Rosen­baum von team­drum­ming, welche Verhal­tens­muster beim gemein­samen Trom­meln sicht­bar werden, was Führungskräfte dabei über Kontrolle, Präsenz und Loslassen lernen können – und wie sich die Erfahrun­gen aus einem Teamevent in den Arbeit­sall­t­ag über­tra­gen lassen.

Daniel Bauer:

Mit welch­er Haltung starten sie – und was verän­dert sich schon in den ersten Minuten?

Helge Rosenbaum:

Viele kommen mit einer „Busi­ness-Haltung“: beobach­t­end, kontrol­liert und ein biss­chen skep­tisch („Mal sehen, was das wird…“). In den ersten Minuten kippt das oft, weil der Körp­er schneller reagiert als der Kopf: Rhyth­mus ist unmit­tel­bar. Sobald die ersten gemein­samen Pulse entste­hen, sieht man häufig, dass Schul­tern runter gehen runter, Blicke weich­er werden und das Lächeln kommt. Dann wird aus„Ich bewerte“ ein „Ich bin Teil davon“.

Was zeigt sich beson­ders deut­lich, wenn Worte in den Hinter­grund treten?

Dann wird Führung als Beziehung und Timing sichtbar:
Wer hört wirk­lich zu? Wer gibt Raum? Wer dominiert? Wer orien­tiert sich am Ganzen statt am eige­nen Impuls?
Ohne Sprache bleiben nur Präsenz, Klarheit und Kontak­t­fähigkeit. Und genau hier werden Muster schnell deut­lich, die beispiel­sweise im Meet­ing oft gut verpackt sind.

Welche Rolle spie­len Kontrolle und Loslassen und was lernen Führungskräfte genau darüber?

Kontrolle zeigt sich als „festhal­ten am richti­gen Ergeb­nis“: Tempo drück­en, korrigieren, andere „mitziehen“. Loslassen heißt: Rahmen halten + zuhören + fein steuern.
Das Learn­ing ist meist sehr konkret:
• Kontrolle erzeugt kurzfristig Ordnung, aber oft auch weniger Eigenini­tia­tive und weniger Groove.
• Loslassen ohne Rahmen erzeugt Frei­heit, aber auch Unschärfe.
Die wirk­same Mitte ist: klare Impulse geben und trotz­dem dem Team zutrauen, den Puls selb­st zu tragen.

Überraschende/untersschätzte Side Learn­ings – was beobacht­est du am häufigsten?

· Fehlerkul­tur: Irri­ta­tio­nen sind kein Scheit­ern, sondern Mate­r­i­al für Neuausrichtung.
· Mikro-Kommu­nika­tion: Ein Blick, eine Geste, ein Atemzug kann mehr führen als zehn Sätze.
· Energie-Manage­ment: Wer zu viel „macht“, wird laut, aber nicht wirksam.
· Rollen­be­wusst­sein: Nicht jede Führungskraft muss immer vorne stehen. Manch­mal ist der stärk­ste Beitrag zu stabil­isieren, zu unter­stützen und zu verbinden.

Typis­che Aha-Momente, in denen Führungskräfte ihre Wirkung neu verstehen?

Mögliche Erken­nt­nisse (Beispiele):

„Immer wenn ich Druck mache, bricht das Zusam­men­spiel ab.“
„Wenn ich nur kurz still werde und wirk­lich höre, wird das Team plöt­zlich präziser.“
„Ich dachte, ich helfe – aber ich über­s­teuere gerade alles.“
„Wenn ich nur kurz still werde und wirk­lich höre, wird das Team plöt­zlich präziser.“
„Ich habe ‘Kontrolle’ mit ‘Sicher­heit’ verwechselt.“

Und sehr viele mehr. Viele merken, dass ihre innere Haltung wie ein Takt­ge­ber funk­tion­iert. Dabei färbt nicht das Was das System, sondern die Art wie man da ist.

Was macht Team­drum­ming sicht­bar, das im Arbeit­sall­t­ag oft verbor­gen bleibt?

Es macht in Echtzeit Zusam­men­spiel, Reso­nanzfähigkeit und die Notwendigkeit eines gemein­samen Referen­zpunkt sichtbar:

· Wer orien­tiert sich am gemein­samen Ziel?
· Wie geht das Team mit Unsicher­heit um?
· Wo fehlt ein gemein­samer Puls (Prior­itäten, Entschei­dungslogik, Vertrauen)?

Im Allt­ag wird das oft mit Worten überdeckt. Im gemein­samen musikalis­chen Prozess wird die Qual­ität des Miteinan­ders sehr schnell hörbar.

Inwiefern wird Führungsver­hal­ten im gemein­samen Rhyth­mus unbe­wusst gespiegelt?

Sehr direkt: Führung wirkt wie ein „Referen­zsig­nal“. Wenn eine Führungskraft hektisch wird, wird das Ensem­ble oft unruhig. Wenn sie stabil ist, wird es stabil­er. Das ist wie ein Spiegel der eige­nen Haltung: Timing, Klarheit, aber auch Unsicher­heit etc. werden im gemein­samen Puls sicht- und hörbar.

Was entschei­det, ob es Wochen später noch Wirkung zeigt?

Drei Dinge:

· Benen­nung: Was genau war unser Muster – und was war die Alter­na­tive, die funk­tion­iert hat?
· Über­set­zung: 1–2 klare Prinzip­i­en in Allt­agssprache (z. B. „erst hören, dann steuern“ / „ein gemein­samer Puls vor Detaildiskussion“).
· Wieder­hol­ung: Ein Mini-Ritu­al im Team (2 Minuten reichen), damit es nicht als „schön­er Tag“ verpufft.

Wie können Führungskräfte das bewusst integrieren?

Erste kleine Schritte, die einen sofort und ohne Aufwand ins tun brin­gen sind oft die Wichtigsten:

Beispiele:
· Pulse-Check-in: „Wie ist unser Tempo gerade – zu schnell, zu träge, stimmig?“
· Hören vor Handeln: In Meet­ings erst 30 Sekun­den „sammeln“ statt sofort lösen.
· Rollen klären: Wer hält heute den Rahmen, wer bringt Impulse, wer stabilisiert?
· Fehler nutzen: Irri­ta­tion = Signal, kurz neu ausricht­en statt weit­er­ma­chen wie bisher.

Dein wichtig­ster Impuls an Führungskräfte: Wie Teamevents nutzen, um Verbindung & Führung wirk­lich zu stärken?

Nutzt Teamevents nicht als Beloh­nung oder Bespaßung, sondern als Train­ingsraum für Beziehung, Vertrauen und Steuerung.

Die beste Haltung ist: „Ich komme nicht, um zu glänzen, sondern um Zusam­men­spiel zu ermöglichen.“

Wer so reinge­ht, nimmt nicht nur Spaß mit, sondern auch Erken­nt­nisse bezüglich Präsenz, Timing, Vertrauen und die Idee von einem gemein­samen Puls, der trägt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ihr Kontakt zu Teamdrumming:

Helge Rosen­baum
teamdrumming
Haarhausstraße 1
42115 Wuppertal

T +49 173 6 95 70 60
info@teamdrumming.com
www.teamdrumming.com

 

(Bildquelle: team­drum­ming)

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