Führungslücke?
So funktioniert
Interim Management
in Deutschland
Anthony Baumruk erklärt heute, wie Interim Management in Deutschland funktioniert.
Wie können sich Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche heute im Markt profilieren und damit im Wettbewerb besser durchsetzen?
Ein Weg dazu sind Erweiterungen des bisherigen Kerngeschäfts über Zusatzangebote, Service-Modelle, Tochterunternehmen oder eine Partnerschaft. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten von Zusatzerlösen und Wertschöpfung, für das Marketing neue, differenzierende Positionierungen und Vermarktungsfelder ohne Abstriche an Markenkern oder Preisniveau. In dieser Valdivia Newsroom Ausgabe zeigen wir Ihnen anhand konkreter Beispiele, wie Immobilienunternehmen ihre bestehenden Stärken gezielt nutzen können, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Lokalisieren Sie diese „Goldfields“ für Ihr Unternehmen – und damit die Möglichkeiten für langfristiges Wachstum und eine stärkere Marktposition.
Leerstände – das typische Goldfield
Die Arbeitsfelder der Bau- und Immobilienbranche tragen viele Farben – vertraute wie das Green- und Brownfield oder relativ neue wie das Bluefield, das Gewässer einbezieht. Als „Goldfields“ bezeichnen wir neue Geschäftsfelder mit attraktiven Wachstums- und Wertschöpfungspotenzialen. Ein besonderes Merkmal ist, dass sie sich aus bestehenden Immobilien, Kompetenzen oder Prozessen ableiten und daher mit vergleichsweise geringem Risiko erschließen lassen.
Typische Beispiele sind die vielfältigen Reaktivierungsmöglichkeiten veralteter oder leerstehender Bürogebäude oder eine Umwandlung von Hotels für die wachsende Beliebtheit von Workation-Aufenthalte, über die wir bereits in früheren Ausgaben berichtet haben. Zusätzlich lassen sich hier durch Leasing oder Verpachtung langfristig kalkulierbare Einnahmen erzielen und die Gebäude gleichzeitig im Bestand halten.
Mehrwert aus Ökosystemen
Innovative und nachfragegerechte Objekte aus Altbeständen zu entwickeln, ist jedoch nur ein Teilaspekt der Goldfields. Ihr genereller Vorteil für Bauunternehmen, Projektentwickler oder Investoren liegt darin, neue, bedarfsorientierte Geschäftsfelder zu erschließen, die gleichwohl in Zusammenhang mit vorhandenen Kernkompetenzen und Assets stehen.
Damit können Goldfields der Ausgangspunkt für immobiliennahe Dienstleistungen verschiedenster Art sein – von der Objektsuche und Finanzierung bis zu lokaler Energieversorgung und der Entwicklung KI-gestützter Dienstleistungen rund um Gebäude und ihre Nutzung. Goldfields entstehen, wo verschiedene Leistungen intelligent zu einem Ökosystem verbunden werden, das neue Märkte erschließt und die Wertschöpfungskette verlängert.
Mehr Wert aus vorhandenen Kompetenzen
Service – Goldfield mit vielen Chancen
Serviceleistungen rund um Finanzierung, Entwicklung, Bau und Betrieb von Immobilien sind Goldfields mit weitreichenden Möglichkeiten. Viele Lösungen in diesem Bereich lassen sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand digital realisieren. Künstliche Intelligenz erlaubt es auch mittleren und kleinen Unternehmen, mit überschaubarem Aufwand innovative, leistungsfähige Mehrwertdienste zu entwickeln. Selbst bei einem Wechsel des Eigentümers können – ähnlich wie beim Autokauf – Gebäude und darauf zugeschnittene Services als Paket angeboten werden und damit zusätzliche, längerfristige Einnahmen sichern.
Eine weitere Möglichkeit für Entwickler und Eigentümer, ihr Leistungsangebot zu erweitern, ist ein Community Management für Quartiere oder Gewerbeparks. Persönliche Ansprechpartner, proaktive Kommunikation und gemeinschaftsfördernde Angebote schaffen mit diesem Konzept einen spürbaren Mehrwert für Bewohner:innen bzw. Mitarbeitende und Eigentümer. Die Folge sind eine stärkere Bindung an Quartier oder Betrieb, mehr Vertrauen und eine höhere Zufriedenheit. Praxiserfahrungen zeigen deutliche Verbesserungen bei Servicequalität, Reaktionszeiten und Mieterzufriedenheit. Als ergänzendes Serviceangebot wird Community Management so zu einem überzeugenden Differenzierungsmerkmal und zusätzlichen Vermarktungsargument.
Ausbau in der digitalen Welt
Vor allem bei der objektbezogenen Kommunikation mit Mieter:innen in Wohnungen, Angestellten in Geschäftsimmobilien und im privaten Eigentumsmarkt können KI-gestützte Systeme Verwaltungen, Facility Management und Eigentümer entlasten. Zugleich eröffnen sie neue Geschäftsfelder, indem sie vorhandene Immobilien, Daten und Kundenbeziehungen für zusätzliche digitale Services nutzen. Kombiniert aus Chat- und Voice-Bots, Datenbanken und ausgewählten Schnittstellen lässt sich eine Vielzahl solcher Lösungen entwickeln.
Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Finanzierung und Sanierung über die Gebäudenutzung bis zur Bewertung von Immobilien: Ein „Baufi-Berater“ kann bei der Vorbereitung und im Verlauf einer Baufinanzierung begleiten. Ein „Umbauberater“ unterstützt Eigentümer:innen und Mieter:innen bei energetischer Sanierung, Denkmalschutz oder altersgerechtem Wohnen. Eine „OurOffice-App“ bündelt Tipps für die Mittagspause, Schadensmeldungen und Community-Funktionen. Eine „ImmoWert-App“ informiert Eigentümer:innen und Kaufinteressierte über aktuelle Bewertungen, Lage sowie Markttrends und Preisentwicklungen.
Darüber hinaus können solche Anwendungen die Suche nach bewährten Beratungen, Dienstleistern oder Handwerksbetrieben erleichtern und durch Bewertungen und Erfahrungen anderer Nutzer:innen Orientierung bei der Auswahl geben. So entstehen aus bestehenden Immobilienbeziehungen digitale Mehrwertdienste, die das Leistungsangebot erweitern, zusätzliche Ertragsquellen erschließen und die Kundenbindung stärken.
Fazit
Ob als Erweiterung des eigenen Kernangebots, als Tochterunternehmen oder über Partnerschaften – für Bau- und Immobilienunternehmen kann die Erschließung von Goldfields Wachstum oder sogar Existenzsicherung bedeuten.
Viele Goldfields liegen dabei nicht in der Entwicklung oder Errichtung einer Immobilie, sondern in der weiteren Nutzung. Damit rückt der gesamte Lebenszyklus als Quelle zusätzlicher Dienstleistungen und Wertschöpfung in den Blick. So wird eine Immobilie vom abgeschlossenen Projekt zum Fundament für langfristige Kundenbeziehungen, weitere Dienstleistungen und Folgeaufträge.
Ausgangspunkt sollten dabei die eigenen Assets und Kernkompetenzen sein, doch darüber hinaus sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Spezialisierungen, fachliche Nischen und der zweckgebundene Einsatz von KI bieten unzählige Chancen, sich im Wettbewerb zu profilieren und neue Ertragsquellen zu erschließen. So entstehen auf einem Goldfield aus vorhandenen Ressourcen neue Wertschöpfung und Geschäftsfelder mit Zukunft.
Quellen
(Bildquelle: istockphotos.com)