• Expertentipps

Employer Branding 5:
Segel setzen für Ihre Arbeitgebermarke

24.05.2022
  • Expertentipps

Arbeit­ge­ber­marken haben ihre eigene Strahlkraft. Sie sind ein Leucht­turm, der nach innen wie außen Ori­en­tierung bietet – mit heute oft exis­ten­zieller Bedeu­tung für Unternehmen. Denn mit dem Abklin­gen der Pan­demie wächst die Fluk­tu­a­tion bei Arbeitnehmer*innen: Jed­er fün­fte Arbeit­ge­ber verze­ich­net aktuell mehr Kündi­gun­gen als vor 2020. Das gilt auch für die Bau- und Immo­bilien­branche, wo die Fluk­tu­a­tion­srate schon 2019 erhe­blich war: 36,6 % im Baugewerbe, 30 % in der Immo­bilien­wirtschaft*. In diesem Umfeld ist die Arbeit­ge­ber­marke ein tra­gen­des Ele­ment, um engagierte Fachkräfte zu hal­ten oder neu für sich zu gewinnen.

Leg­en Sie den Grund­stein: die Employ­er Val­ue Propo­si­tion (EVP)

Drei zen­trale Säulen ein­er erfol­gre­ichen Arbeit­ge­ber­marke haben wir bish­er in unser­er Rei­he „Val­divia Exper­ten­tipp – Employ­er Brand­ing“ beschrieben:

  • eine offene und ehrliche interne Bestandsaufnahme
  • die Wertschätzung jedes Einzel­nen als Kern guter Unternehmenskultur
  • die Förderung von Vielfalt als Erfol­gsrezept und zen­trales Merk­mal mod­ern­er Unternehmen

Nun geht es ans Umset­zen. Der erste Schritt dazu ist die Employ­er Val­ue Propo­si­tion (EVP) als Grund­stein Ihrer Arbeit­ge­ber­marke. Sie ist die entschei­dende Richtschnur für Ihr Auftreten im Arbeits­markt eben­so wie nach innen. Daher soll­ten Sie Ihre EVP auch schriftlich fes­thal­ten und für den Ein­satz in allen HR-Bere­ichen verbindlich machen. Eine tragfähige EVP beant­wortet diese Fra­gen(, und zwar) in möglichst klaren und ein­fachen Worten:

  • Wofür ste­hen wir als Arbeit­ge­ber; welche Werte und Prinzip­i­en beacht­en wir?
  • Welche Vorteile, außer­tar­i­flichen und Son­der­leis­tun­gen bieten wir? Wie ste­ht es bei uns um Auf­stiegsmöglichkeit­en, Fort- und Weit­er­bil­dung sowie die Flex­i­bil­ität der Arbeit­sor­gan­i­sa­tion (Home­of­fice, Zeitkon­ten, Fam­i­lien­fre­undlichkeit usw.)?
  • Welche Unternehmen­skul­tur leben wir? Wie gehen wir bspw. mit Fra­gen wie Gle­ich­stel­lung, Diver­sität oder auch Kon­flik­ten und Mob­bing um?

Binden Sie Ihre Belegschaft ruhig in die Aus­for­mulierung ein: Sam­meln Sie Vorschläge, informieren Sie Ihre Mitarbeiter*innen – auch über Zwis­chen­schritte – und lassen Sie über geeignete Punk­te abstim­men. Scheuen Sie sich auch nicht, Fach­leute für Per­sonal­mar­ket­ing hinzuzuziehen: Immer­hin soll die Marke als solche funk­tion­ieren – inklu­sive ein­heitlichem Design und ein­er mod­er­nen Sprache.

Tra­gende Teile: Medi­en und Anwendungsfelder

Ist die EVP „aus­ge­härtet und belast­bar“, gilt es, Ihre Arbeit­ge­ber­marke mit Leben zu füllen. Auf einzelne Ele­mente dazu wer­den wir in den kom­menden Monat­en in den Val­divia Exper­ten­tipps einge­hen. Hier zunächst eine Über­sicht der wichtig­sten Medi­en und Touch-Points, in denen Ihre Arbeit­ge­ber­marke sicht- und spür­bar wer­den sollte:

  • Stel­lenauss­chrei­bun­gen in jed­er Form – also nicht nur klas­sis­che Stel­lenanzeigen, son­dern auch Social Media Posts, Videos sowie der Bere­ich „Karriere/Jobs“ Ihrer Website
  • die gesamte, nicht-per­sön­liche Kom­mu­nika­tion mit Mitarbeiter*innen: Bekan­nt­gaben, Form­schreiben, Mitar­beit­erzeitschrift und ‑newslet­ter, Intranet
  • „Fahrpläne“ und Infor­ma­tion­se­le­mente für Vorstel­lungs­ge­spräche und Onboarding
  • Pres­se­in­for­ma­tio­nen mit HR-Bezug
  • die Ausstat­tung für Ihre Auftritte auf Per­sonalmessen und ‑events

Ein Meldesys­tem für Nach­haltigkeit und pos­i­tive Impulse

Der Erfolg ein­er Arbeit­ge­ber­marke ste­ht und fällt mit der Kon­se­quenz, sie täglich zu leben. Set­zen Sie daher einen Beauf­tragten ein, der die Imple­men­tierung begleit­et und bei Abwe­ichun­gen not­falls ein­greift. Auch soll­ten Sie den Stand der Entwick­lung regelmäßig in einem größeren Gremi­um über­prüfen lassen. Es muss dort ja nicht immer um Schwierigkeit­en gehen: Erfahrungs­gemäß löst eine aktiv gelebte und gepflegte Arbeit­ge­ber­marke oft eine größere Offen­heit und weit­ere, neue Ideen aus. Das wollen Sie schließlich nicht verpassen!

*Sta­tis­tis­ches Bun­de­samt 2021, basierend auf Arbeits­mark­t­dat­en aus dem Jahr 2019