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EXPO-Review 2026

Mehr Realität. Mehr Klarheit.

09.10.2026
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Von Daniel Bauer, Manag­ing Part­ner bei VALDIVIA

Bei strahlen­dem Herb­st­wet­ter starteten wir am Montag in die EXPO REAL 2026. Bere­its am Vorabend hatten wir gemein­sam mit Kunden, Part­nern und langjähri­gen Wegbe­gleit­ern unseren tradi­tionellen VALDIVIA Board­room Lunch in der Käfer Wiesn Schänke den Auftakt gemacht. Die Gespräche dort und in den darauf­fol­gen­den Messe­ta­gen spiegel­ten eine Entwick­lung wider, die uns in diesem Jahr beson­ders aufge­fall­en ist.

Nach zahlre­ichen Gesprächen mit Inve­storen, Eigen­tümern, Asset Managern, Projek­ten­twick­lern, Fondsvertretern, Fami­ly Offices und Führungskräften aus Deutsch­land, Europa, England und dem Rest der Welt bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Der Markt wirkt aufrüt­tel­nd real­is­tis­ch­er als in den vergan­genen Jahren.

Es gibt weniger Wunschdenken und mehr Realitätssinn.

In den vergan­genen Jahren wurde auf vielen Veranstal­tun­gen über den Zeit­punkt der Mark­ter­hol­ung disku­tiert. Die Hoff­nung auf eine schnelle Rück­kehr zu früheren Rahmenbe­din­gun­gen war oft spür­bar – oder bess­er: ein „zartes Pflänzchen“. In diesem Jahr haben wir jedoch eine andere Stim­mung wahrgenom­men: Viele Gesprächspart­ner haben akzep­tiert, dass das aktuelle Mark­tum­feld mehr als nur eine kurze Über­gangsphase ist. Zinsen, Finanzierungskosten, Bewer­tungsniveaus, Kapi­ta­lan­forderun­gen und die geopoli­tis­che Lage haben die Spiel­regeln verän­dert. Anstatt auf die Rück­kehr alter Zeit­en zu warten oder darauf zu hoffen, dass sich die Situ­a­tion zeit­nah bessert, beschäfti­gen sich Unternehmen bere­its seit einiger Zeit mit der Frage, wie sie unter den heuti­gen Bedin­gun­gen erfol­gre­ich agieren können. Die Stim­mung war keineswegs eupho­risch. Gleichzeit­ig haben wir deut­lich weniger Lähmung wahrgenom­men als noch vor einem oder zwei Jahren.

Es ist derselbe Markt, aber anders.

Die viel zitierte „Erhol­ung“ trifft nicht auf alle zu und verläuft keineswegs gleich­mäßig. Während einige Mark­t­seg­mente weit­er­hin an Dynamik gewin­nen, bleiben andere auf der Strecke. So bitter das ist, so ist es nun einmal. Die Unter­schiede zwis­chen Assetk­lassen, Stan­dorten und Produk­tqual­itäten werden sicht­bar­er. Der „Flight to Qual­i­ty“ bleibt insbeson­dere im Office-Bere­ich ein bestim­mendes Thema. Gleichzeit­ig sind die Segmente Living und Logis­tik mit ihren Mischfor­men in aller Munde.

Qual­ität, Stand­haftigkeit und Siegeswille werden zu entschei­den­den Faktoren.

Wenn wir die vielen Gespräche auf einen gemein­samen Nenner brin­gen müssten, dann wäre es wahrschein­lich dieser: Qual­ität gewin­nt … bei Strate­gien. Bei Geschäftsmod­ellen. Bei Menschen.

Denn jetzt ist „Crunchtime“.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Unternehmen müssen sich verstärkt mit ihrer eige­nen Strate­gie und Weit­er­en­twick­lung befassen. Anstatt auf die Rück­kehr früher­er Mark­tbe­din­gun­gen zu warten, rück­en strate­gis­che Prior­itäten, Qual­ität und konkrete, vielle­icht sogar unkon­ven­tionelle Lösun­gen in den Fokus. Das ist mir auf der Expo in zahlre­ichen Gesprächen wieder bewusst gewor­den. Gleichzeit­ig erleben wir eine hohe Kostendiszi­plin, auch auf der „Payroll-Seite“. Investi­tio­nen werden noch kritis­ch­er geprüft. Neue Initia­tiv­en müssen nachvol­lziehbar begrün­det werden. Ressourcen werden geziel­ter einge­set­zt. Der Fokus verschiebt sich vielerorts weg vom Oppor­tunis­mus und hin zu nach­haltiger, beleg­bar­er Wertschöpfung.

Kandi­datin­nen und Kandi­dat­en müssen sich fragen: Kandi­datin­nen und Kandi­dat­en tun es eben­falls. Die besten Führungskräfte wech­seln heute nicht mehr allein für einen größeren Titel oder ein höheres Gehalt. Sie stellen andere Fragen. Wie tragfähig ist die Strate­gie? Wie ist das Unternehmen aufgestellt? Welche Perspek­tive bietet die Plat­tform? Welchen Gestal­tungsspiel­raum gibt es tatsächlich?

Was bedeutet das für VALDIVIA?

Für uns als Exec­u­tive-Search-Beratung war es beson­ders span­nend zu beobacht­en, wie stark sich diese Entwick­lung auch in unserem Markt wider­spiegelt. Der Hiring-Markt folgt aktuell ähnlichen Mech­a­nis­men wie der Invest­ment­markt. Unternehmen beset­zen Führungspo­si­tio­nen heute deut­lich geziel­ter als noch vor eini­gen Jahren. Senior Hires müssen heute einen klar erkennbaren Beitrag zum Unternehmenser­folg leis­ten. Die Zeit­en klas­sis­ch­er „Nice-to-have“-Besetzungen sind weit­ge­hend vorbei. Gleichzeit­ig sind Fehlbe­set­zun­gen auf Führungsniveau teur­er und mit einem höheren strate­gis­chen Risiko behaftet. Entsprechend steigen die Anforderun­gen sowohl an die fach­liche Kompe­tenz, die zunehmend „Breite“ sucht, als auch an den absoluten persön­lichen und kulturellen Fit. Diese Entwick­lung beobacht­en wir bere­its seit Monat­en. Es sind auch neue Führungsrollen entstanden und die Band­bre­ite der Aufgaben in den klas­sis­chen C‑Lev­el-Funk­tio­nen ist größer gewor­den. Such­prozesse werden von unseren Kunden noch sorgfältiger und tief­greifend­er geführt, Entschei­dun­gen werden inten­siv­er disku­tiert und Kandi­dat­en werden noch genauer durchleuchtet.

Unser Fazit

Die EXPO REAL 2026 hat uns einen Markt gezeigt, der auf bessere Zeit­en wartet. Sie hat uns einen Markt gezeigt, der begin­nt, die neuen Rahmenbe­din­gun­gen anzunehmen.

Die Heraus­forderun­gen bleiben. Daran beste­ht kein Zweifel.

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