„Ostern im Kinderdorf bedeutet für mich, dass wir die Auferstehung von Jesus feiern. Es ist eine besondere und schöne Zeit für uns.“
Das schreibt uns Angel, einer der Jungen aus Haus 11. Meist ist er einer der ruhigeren in der Gruppe. Doch zu Ostern sieht man ihn ausgelassener als sonst. Denn Ostern ist in Guatemala etwas ganz Besonderes: das bei weitem wichtigste Fest im Kalender – auch für die Kinder und Erwachsenen im Aldea Infantil der Stiftung Kinderzukunft. In der Zeit vor Ostern und vor allem in der Karwoche ist das ganze Kinderdorf von einer mitreißenden Freude erfüllt, die durch die Briefe von Patenkindern und der Dorfleitung bis zu uns in Deutschland ausstrahlt … eine Freude, die wir heute im Valdivia Newsroom mit Ihnen teilen wollen.
Die Semana Santa – lebendige Tradition
Schon ab Aschermittwoch ziehen an manchen Orten in Guatemala Prozessionen über bunte Blüten- und Sägemehlteppiche, um an das Leiden und die Auferstehung Jesu Christi zu erinnern. Spanische Missionare brachten die Tradition der „alfombras“ genannten Teppiche nach Mittelamerika, die auch bei uns in manchen katholischen Gemeinden an Fronleichnam fortbesteht. Höhepunkt in Guatemala ist die Karwoche, die „Semana Santa“. 2023 säumten weit über drei Millionen Besucher:innen die Straßen, darunter rund 130.000 Tourist:innen aus dem Ausland1. International am bekanntesten sind die Feierlichkeiten in der Stadt Antigua; sie zählen zu den beeindruckendsten in ganz Lateinamerika.
Im Aldea Infantil greifen die Kinder diese Tradition jedes Jahr mit großer Begeisterung auf. Gemeinsam färben sie das Sägemehl, überlegen sich Muster und Motive und bereiten die Flächen vor, auf denen später die Teppiche entstehen. Für manche ist es das erste Mal, dass sie selbst aktiv an einer jahrhundertealten Tradition ihres Landes mitwirken. Aus einfachen Materialien entstehen so farbenfrohe Muster und Motive – und zugleich Erlebnisse, die die Kinder miteinander verbinden.
Ein Fest der Farben und der Freude
„An Jesus denken und gemeinsam feiern,“ so der junge Alonzo, ist ihm wichtig – um dann praktisch fortzufahren: „Das Sägemehl zu färben, macht mir am meisten Spaß.“ Die Freude am gemeinsamen Legen der Alfombras teilen alle im Dorf: „Am schönsten finde ich es, die Teppiche zu gestalten – besonders, wenn wir Kreuze legen.“ – Sara. „Das Schönste ist, die Muster zu gestalten und Farben zu mischen – gemeinsam mit meinen Freunden. So wird Ostern hier bunt und lebendig.“ – Pedro. „Wir färben gemeinsam das Sägemehl, und jede Farbe hat eine Bedeutung. Das zusammen mit Freunden und Familie zu machen, ist etwas ganz Besonderes.“ – Magdalena.
Auch die Hausmütter sind beeindruckt vom Eifer der Kinder bei der Gestaltung der vergänglichen Kunstwerke. „Während der Vorbereitungen sehe ich, wie viel Freude die Kinder beim Färben des Sägemehls und beim Gestalten der Teppiche haben. Sie arbeiten miteinander, lachen viel und erleben sich als Gemeinschaft. Es ist echte Teamarbeit. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig und sind stolz auf das, was sie gemeinsam schaffen,“ schreibt uns zum Beispiel Susy Sarg. Ebenso Magda Asencio: „Man spürt den Zusammenhalt. Die Größeren übernehmen Verantwortung, und die Jüngeren lernen mit Begeisterung dazu.“

Wo die Osterbotschaft noch lebendig ist
Das Osterfest ist wie kein zweites der Anlass, an dem sich die Bedeutung des Aldea Infantil für die Entwicklung der Kinder zeigt. In der Gestaltung der Alfombras wird die christliche Botschaft fühlbar. So schreibt uns Pedro: „Ostern bedeutet für mich, dass wir uns an den Tod und die Auferstehung von Jesus erinnern. Es ist eine Zeit, in der wir zusammenhalten.“ Und die Hausmutter Lilibet Santizo: „Die Erinnerung an die Kreuzigung ist für mich ein Moment tiefer Dankbarkeit. Es ist ein Augenblick, in dem wir über Liebe, Opferbereitschaft und Hoffnung sprechen – Werte, die wir den Kindern mitgeben möchten.“
Auch für Sie … für uns alle … haben die Kinder des Aldea Infantil eine Botschaft. Auf die Frage „Was würdest du jemandem erzählen, der Ostern hier noch nie erlebt hat?“ antwortet Pedro: „Ich würde sagen: Komm und gestalte selbst einmal einen Teppich. Das ist eine wunderschöne Erfahrung.“ Und Magdalena: „Wer einmal einen Teppich mit uns gemacht hat, weiß, wie besonders diese Zeit ist.“ … eine Einladung, die wir nur unterschreiben können! Die Stiftung Kinderzukunft hilft Unterstützer:innen gerne dabei, das Aldea Infantil persönlich kennenzulernen wie schon Valdivia-Geschäftsführer Daniel Bauer vor einigen Jahren.
Die farbenfrohen Alfombras sind vergänglich, doch die Erfahrung der Kinder bleibt: Gemeinschaft, Verantwortung, das Bewusstsein, Teil von etwas Größerem zu sein. Werte wie diese wachsen im Alltag des Aldea Infantil – auch dank der Menschen, die das Kinderdorf unterstützen und begleiten.
Wie Sie konkret helfen können:
Schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen lässt sich Großes bewirken:
▪ 47 € ermöglichen einem Kind einen Schulranzen, Hefte und Schreibmaterialien – die Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Lernen.
▪ 95 € sichern regelmäßige warme Mahlzeiten und geben einem Kind die nötige Energie für jeden Schultag.
▪ 245 € decken eine umfassende Versorgung ab – mit Nahrung, Schulmaterialien und medizinischer Betreuung. Für ein gesundes Aufwachsen und echte Zukunftschancen.
▪ 500 € unterstützen mehrere Kinder nachhaltig mit Bildung, Ernährung und Schutz – und tragen dazu bei, Perspektiven langfristig zu sichern.
Jeder Beitrag zählt. Und jeder Beitrag verändert Leben.
Stiftung Kinderzukunft
Rabenaustraße 1a, D‑63584 Gründau
Tel.: +49 60 51 48 18 14
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BIC: COBADEFFXXX
Bitte geben Sie im Verwendungszweck „Valdivia Zukunft — Kinderdorf Guatemala“ an.
Quellen
- Tourism News From CATA Member Regions, Centroamérica, Februar 2024
(Bildquelle: Stiftung Kinderzukunft)