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Reverse Empowerment:
Assistenz stärkt Führungskräfte

16.07.2025
  • Governance

Wie kann eine Führungskraft heute erfol­gre­ich sein? Die Erwartun­gen an die Fähigkeit­en sind hoch; so stand bei einer Befra­gung von Boston Consult­ing 2022 beze­ich­nen­der­weise Belast­barkeit an drit­ter Stelle1. Hinzutreten fach­liche Heraus­forderun­gen wie etwa die, beim digi­tal­en Wandel die Über­sicht zu behal­ten. In diesem Valdivia News­room Beitrag wollen wir den Fokus nun auf einen Punkt richt­en, der in Ratge­bern zum Führung­shan­deln so gut wie nie zur Sprache kommt: die Bedeu­tung einer kompe­ten­ten Assis­tenz als „Reverse Empow­er­ment“ für die Führungskraft.

Auch Führung braucht Empowerment 

Im HR-Kontext steht Empow­er­ment für die Befähi­gung und Stärkung der Mitar­bei­t­en­den durch die Unternehmensführung. Führungskräfte werden damit von Detail­fra­gen entlastet. Sie tragen jedoch weit­er die Gesamtver­ant­wor­tung für Ziele und Ergeb­nisse. Fern­er müssen sie fach­lich up-to-date bleiben und das Unternehmen im Markt navigieren. Diese Vielschichtigkeit der Aufgaben bis hin zur poly­math­is­chen Führung war im vergan­genen Febru­ar auch Thema in unserem Newsroom.

Um all diesen Heraus­forderun­gen zu begeg­nen, erscheint für Führungskräfte eben­falls „Befähi­gung und Stärkung“ wünschenswert – ein umgekehrtes Empow­er­ment durch eine qual­i­fizierte Assis­tenz. Sie kann die Führungskraft umfassend unter­stützen, Infor­ma­tions­flüsse mana­gen und die Umset­zung von Entschei­dun­gen ins Unternehmen hinein begleiten.

Das moderne Bild der Assistenz

Lange Zeit besaß Assis­ten­ztätigkeit kein attrak­tives Image und wurde in hier­ar­chiebe­ton­ten Unternehmensstruk­turen als unter­ge­ord­nete Rolle ange­se­hen. Moderne Unternehmen bieten heute oft anspruchsvolle Assis­ten­zstellen und können viel dazu beitra­gen, das tradi­tionelle Bild zu korrigieren – durch Sicht­barkeit, Anerken­nung und aktives Umdenken.

Zahlre­iche Assis­ten­zen gehen auch bere­its voran, zeigen Präsenz in sozialen Netzw­erken und machen deut­lich: Ihre Rolle ist breit gefächert und unverzicht­bar für moderne Arbeitswel­ten. Sie agieren strate­gisch, kommu­nika­tiv und mit hoher fach­lich­er Kompe­tenz. Ihre Tätigkeit umfasst oft anspruchsvolle Aufgaben wie Date­n­analyse, Budgetver­hand­lun­gen, Projek­tko­or­di­na­tion, Social-Media-Manage­ment und Person­al Brand­ing für Führungskräfte.

Stärkung für den digi­tal­en Wandel

Dabei wird die fach­liche Qual­i­fika­tion der Assistent:innen – oft für mehrere Sachge­bi­ete – immer wichtiger. Gerade in den mittleren bis kleinen Unternehmen der Bau- und Immo­bilien­branche können sie damit eine wichtige Rolle bei der Koor­di­na­tion und Zuar­beit für Projek­t­teams spie­len. Dies gilt beson­ders für die prak­tis­che Unter­stützung  der digi­tal­en Trans­for­ma­tion, z.B.

  • als Trend­scouts neue Anwen­dun­gen für das Unternehmen finden,
  • Schu­lun­gen für solche Anwen­dun­gen gestal­ten und moderieren,
  • hybride Teams über Plat­tfor­men wie Trel­lo, Slack, miro etc. koordinieren,
  • Commu­ni­ty Manage­ment und Blog-Beiträge fürs Intranet beisteuern,
  • Meet­ings, Termine, Webina­re etc. online organ­isieren und begleiten.

Vor allem können sie durch ihre Posi­tion als Mittler zwis­chen Geschäfts­führung und Teams viel zur Akzep­tanz neuer Tools und Arbeitsweisen beitra­gen und ganz allge­mein in Verän­derung­spro­jek­ten der Führungskraft den Rück­en stärken.

Gehäl­ter zeigen wach­sende Bedeutung

Längst spiegeln auch die Gehäl­ter die wach­sende Bedeu­tung der strate­gis­chen und organ­isatorischen Aufgaben wider, die heute zum Berufs­bild gehören. So lagen Einstiegs­ge­häl­ter für Assistent:innen der Geschäft­sleitung 2013 noch bei 31.000 bis 43.000 Euro pro Jahr, das mittlere Jahres­ge­halt mit 43.000 Euro kaum höher2. Heute dage­gen werden bei Einstieg oft bere­its 45.000 bis 55.000 Euro pro Jahr gezahlt, im Schnitt rund 65.000 Euro3. Auch Vergle­ich­swerte aus den USA erre­ichen mit 35.000 bis 71.000 Dollar (ca. 31.500 bis 64.000 Euro) pro Jahr ähnlich hohe Werte4.

Natür­lich sind die Assis­ten­zge­häl­ter im Einzelfall von vielen Faktoren abhängig wie zum Beispiel der Größe des Unternehmens, der Branche und der indi­vidu­ellen Erfahrung. Dennoch zeigt der Anstieg über die gesamte Breite, wie wichtig die Aufgaben und wie stark die Vorteile einer qual­i­fizierten Assis­tenz und damit das Reverse Empow­er­ment für Führungskräfte heute gewor­den sind.

Quellen

  1. „Was Mitar­beit­er von ihren Führungskräften erwarten“ – Boston Consult­ing, zitiert in „Der Bank-Blog“, Novem­ber 2023; weit­ere Top-Merk­male: Anerken­nung, Menschenken­nt­nis, Coach­ing, Empathie, Selbstreflexion
  2. PMSG Personal­Markt Services GmbH 2013
  3. „Die Assis­tenz der Geschäfts­führung: Aufgaben, Ausbil­dung und Gehalt“ – Hays 2025
  4. „Exec­u­tive Assis­tant Career Updates: 2025 Salaries, Stats & Indus­try Changes“ – Bold­ly, ein Spezial­ist für die Vermit­tlung von Geschäftsleitungsassistenzen

(Bildquelle:istockphotos)